GIMA – erfolgreiches Mittelstandsunternehmen aus Marklkofen

Florierende mittelständische Betriebe gehören heute zum modernen Bild der ehemals rein landwirtschaftlich geprägten Gemeinde Marklkofen. Eines der erfolgreichsten Mittelstandsunternehmen ist GIMA beziehungsweise die Girnghuber GmbH & Co KG. Während seiner Informationstour im Vorfeld der Kommunalwahlen am 16. März besuchte Peter Eisgruber-Rauscher, Kandidat für das Amt des ersten Bürgermeisters das traditionsreiche Familienunternehmen. Mit dabei waren seine Kollegen, die Bürgermeister-Kandidaten Dr. Franz Gassner aus Frontenhausen, Rudi Kellner aus Reisbach und Herbert Sporrer aus Simbach sowie Erwin Huber, MdL und Heimatabgeordneter der Region.

Seit über 100 Jahren in Familienbesitz

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v.l.n.r.: MdL Erwin Huber, Dr. Franz Gassner, Rudi Kellner, Claus Girnghuber, Peter Eisgruber-Rauscher, Herbert Sporrer

In der Marklkofener Ziegelei werden bereits seit weit über 100 Jahren Ziegel für Wand, Boden und Dach hergestellt. Seit 1903 ist sie im Besitz der Familie Girnghuber. Es war die Urgroßmutter des jetzigen Besitzers, Claus Girnghuber, die die alte Ziegelei günstig aus einer Konkursmasse erstanden hatte. Heute sind am Standort Marklkofen um die 300 Mitarbeiter beschäftigt, die in mehreren Schichten arbeiten, da die Produktion möglichst 365 Tage im Jahr rund um die Uhr ausgelastet werden soll.

Rund sieben bis acht Prozent der gefertigten Produkte gehören zur Sparte Mauerziegel, knapp die Hälfte zu den Dachziegeln und der Rest zur Sparte Klinker / Verblender, zu der auch die „vorgehängten Ziegelfassaden“ von Moeding gehören – ein Produkt, mit dem das innovative Unternehmen aus dem Vilstal heute auf allen fünf Kontinenten von sich reden macht. Und viele der internationalen Projekte der Marklkofener Firma sind dabei echte Prestige-Objekte.

Die beeindruckende Erfolgsgeschichte von Moeding war es auch, die die Besucher ganz besonders interessierte. Die Besonderheit des erfolgreichen Geschäftszweiges: Es handelt sich hier zu 100 Prozent um auftragsbezogene Produktionen. In den meisten Fällen sind es Architekten, die ihre durchaus auch ausgefallenen Wünsche mit den Ziegelbauern aus dem Vilstal besprechen und sich in der Regel bestens aufgehoben fühlen. Die ausgefallenen Wünsche erfordern größte Kreativität und Flexibilität sowie hohes Qualitätsbewusstsein und eine umfassende Fertigungstiefe. Eine Herausforderung, die von der Firma Girnghuber schon früh als Chance erkannt wurde. Claus Girnghuber: „Dies ist eine Nische, in die ein wirklich großes Unternehmen nicht reingeht.“

Mit Moeding an die Weltspitze

Als das ursprüngliche Moeding-Werk 2001 in Konkurs ging, wurde es von der Girgnhuber GmbH aufgekauft und die gesamte Produktion als 100-prozentige GIMA-Tochter am Marklkofener Standort integriert. Der Name „Moeding“ wurde dabei beibehalten, da die Marke auch schon vorher einen äußerst guten Ruf genoss. In Marklkofen wurde das innovative Produkt offensiv weiterentwickelt – zum Beispiel stammt das gesamte ausgeklügelte Halterungssystem aus Marklkofen – und zu neuer Blüte gebracht. Heute wird die Marke „Moeding“ als „vorgehängte, hinterlüftete und wärmegedämmte Ziegelfassade“ weltweit erfolgreich von Marklkofen aus vermarktet. Manche Moeding-verkleideten Fassaden sind mittlerweile sogar zu Wahrzeichen der betreffenden Städte geworden, wie beispielsweise in Göteborg.

Besucher aus der Kommunalpolitik mit Claus und Marille Girnghuber

Besucher aus der Kommunalpolitik mit Claus und Marille Girnghuber

Nachdem die gesamte Produktion am Standort Marklkofen stattfindet, kümmern sich heute im ehemaligen Moeding-Werk noch rund 15 bis 20 verbliebene Mitarbeiter mit ganzem Einsatz um den Vertrieb. MdL Erwin Huber hakte hier noch einmal nach und interessierte sich im Detail, wie es dazu kam, dass Girnghuber mit Moeding heute als Global Player auf der internationalen Bühne mitspielt. Claus Girnghuber berichtete daraufhin, dass sie sich als erstes in Ländern umgeschaut haben, wo viele Ziegelhäuser gebaut wurden. Dort trat das Marklkofener Unternehmen vorwiegend mit Architekten in Kontakt. Zuerst in England, danach in den USA und mittlerweile bis China und Australien. In einer Dia-Show zeigte der Firmenchef eine Auswahl seiner spektakulären Projekte. Bei Moeding beträgt der Exportanteil heute rund 80 Prozent. Dabei ist der Seetransport der günstigste Teil. Claus Girnghuber: „Die Strecke vom Vilstal nach Rotterdam ist teurer als von Rotterdam nach Übersee.“

Vollautomatische Abläufe in der Ziegelproduktion

Während die „Moeding“-Fassaden aufgrund ihrer individuellen Einzigartigkeit weltweit vertrieben werden, werden die vom Unternehmen produzierten „normalen“ Klinker in der Regel nur innerhalb Deutschlands und den unmittelbaren Nachbarländer vertrieben, da sich weitere Strecken hier aufgrund des Gewichts und der damit verbundenen Transportkosten nicht rechnen. Hier sind die jeweils regionalen Anbieter beziehungsweise große Ziegelunternehmen, die wesentlich höhere Produktionsraten haben, im Vorteil. Ein weiteres Thema, für das sich die Besucher interessierten, war die Veränderung in der modernen Ziegelproduktion. Claus Girnghuber: „Vor 20 Jahren wurden die Ziegel während der Produktion noch rund zehn bis 12 Mal in die Hand genommen. Heute ist der gesamte Produktionsablauf automatisiert und die Ziegel werden erst auf der Baustelle das erste Mal von Menschen berührt.“

Ein weiterer Nischenmarkt, auf dem GIMA international Erfolge feiert, sind originalgetreue Restaurierungen von historischen Klinkerbauten. „Auf dem Gebiet kennen sich heute nur noch knapp eine Handvoll Unternehmen aus.“ Ein bedeutendes Beispiel war die Restaurierung der Münchner Frauenkirche. Claus Girnghuber: „Die fehlenden beziehungsweise schadhaften Steine sollten möglichst genauso hergestellt werden, wie damals, als die Kirche gebaut wurde – das galt für den Brennvorgang ebenso wie für die Farbgebung. Dafür wurde die Zusammensetzung zwei Jahre genauestens von Wissenschaftlern untersucht und ebenso lange dauerte die Ausschreibungszeit. Das war ein Projekt, bei dem noch echte Handarbeit gefragt war.“ Ein ähnliches Prestigeobjekt waren die Fassadenarbeiten an der Modern Tate Gallery 2 an der Londoner Themse. Hier war GIMA insgesamt sechs Jahre in das Projekt involviert.

Engagement für die Dominik-Brunner-Stiftung

Ebenfalls ein Thema, dass die Runde lebhaft diskutierte, war das Girnghuber-Engagement für die Dominik-Brunner-Stiftung. Dominik Brunner, einer der engsten Freunde von Claus Girghuber, wurde am 12. September 2009 als Helfer mit Zivilcourage, am
S-Bahnhof in München-Solln, Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens. Die Stiftung, die Claus Girnghuber daraufhin ins Leben rief, konnte – besonders seit dem intensiven Engagement von Bayern-Chef Ulli Hoeness – in den zurückliegenden Jahren sehr viel Gutes bewirken: Eines der neuesten Projekte ist ein Kinderhaus in München-Ramersdorf, das sowohl eine Kinderkrippe, einen Kindergarten als auch einen Kinderhort für insgesamt rund 100 Kindern aus 20 Nationen umfasst und von Johannitern betrieben wird. Das Grundstück für dieses Projekt wurde auf Erbpacht von der Stadt München zur Verfügung gestellt. Ein weiteres Projekt betrifft das neue Bürgerhaus in Landshut: Für den Gerichtsbezirk Landshut finanziert die Dominik-Brunner-Stiftung hier in Zukunft, zusammen mit der “Bewährungshilfe Südostbayern e.V.”, Anti-Aggressions-Trainings für bereits straffällig gewordene Jugendliche.

Doch Claus Girnghuber ist nicht nur auf dem sozialen Sektor äußerst engagiert – was die Besucher einhellig als sehr unterstützenswert bewerteten. Peter Eisgruber-Rauscher: „Marklkofen ist sehr stolz, ein Unternehmen wie Gima und einen Unternehmer wie Claus Girnghuber in der Gemeinde zu haben. Natürlich nicht zuletzt auch, weil das rund 300 Arbeitsplätze für die Bürger bedeutet.“ Auch das Engagement des Firmenchefs als neuer Vorsitzender des IHK-Gremium Dingolfing-Landau wurde vom CSU-Bürgermeisterkandidaten bei diesem Besuch nachträglich mit einem Präsentkorb von der Gemeinde gewürdigt. Claus Girnghuber seinerseits nutzte die Gelegenheit, sich über die Hintergründe der kommunalen CSU-Politik für die Region aus erster Hand zu informieren. Dazu gehörten unter anderem die Gebühren des Zweckverbands ebenso wie die erweiterten Hochwasserschutzpläne des Wasserwirtschaftsamtes oder die geplante Südumgehung.

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