Keine Spur von Politikverdrossenheit

Die CSU lud zu Ihrer zweiten großen Wahlveranstaltung: Am Sonntagabend, 16. Februar, trafen sich die CSU-Ortsvereine Marklkofen und Steinberg zur zweiten großen Wahlveranstaltung zur Kommunalwahl am 16. März im Gasthof Baumgartner. Nach der Vorstellung der Kandidaten und dem Hauptvortrag von MdL Erwin Huber ging es in einer regen Diskussion bis spät in den Abend thematisch ans Eingemachte – ob Energiewende, Strompreise, Energieeffizienz, Steuergerechtigkeit, Steueroasen oder Gen-Mais etc. – alles wurde leidenschaftlich analysiert und diskutiert.

csu-stb-Walter-TietzeWalter Tietze, Vorsitzender des CSU-Ortsvereins Steinberg begrüßte die Gäste – neben Erwin Huber, MdL und Heimatabgeordneter unter anderem den Vorsitzenden des CSU-Ortsvereins Marklkofen, Helmut Strebl mit Vorstandschaft sowie die Vorstandschaft der CSU-Steinberg. Außerdem an diesem Abend zu Gast: MdB Gudrun Zollner und der zweite Bürgermeister von Frontenhausen und Kandidat für das Amt des ersten Bürgermeisters, Dr. Franz Gassner, sowie Altbürgermeister Friedl Gangkofner, der erste und zweite amtierende Bürgermeister von Marklkofen, Martin Geltinger und Otto Lommer mit Gemeinderäten, sowie die CSU-Kandidaten für die Kommunalwahl 2014.

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Der lange Politikabend begann mit der Vorstellung der CSU-Wahlkandidaten und ihrer Ziele. Den Anfang machte der Kandidat für das Amt des ersten Bürgermeisters der Gemeinde, Peter Eisgruber-Rauscher, gefolgt von den insgesamt 16 Gemeinderatskandidaten mit Ersatzkandidaten und den drei Kreistagskandidaten. Peter Eisgruber-Rauscher betonte unter anderem, dass er den sachorientierten Führungsstil seiner Vorgänger auch in Zukunft fortführen und sich als neuer Bürgermeister für alle Bürger und alle Gemeindeteile gleichermaßen einsetzen wolle sowie alles dafür tun wolle, dass Marklkofen auch weiterhin eine lebens- und liebeswerte Gemeinde bleibt. Dazu gelte es aber auch, sich neuen Herausforderungen frühzeitig zu stellen, um rechtzeitig Lösungen zu erarbeiten. Einer der großen Herausforderungen ist dabei neben der Energiewende, so Peter Eisgruber-Rauscher, sicherlich der demografische Wandel, der unausweichlich auf alle Kommunen zukommt beziehungsweise bereits dort angekommen ist.

Gudrun Zollner – Vetreterin Niederbayerns in Berlin

Gudrun Zollner – auf der CSU-Kreistagsliste heuer auf Platz 4 – stellte sich im Anschluss vor und berichtete über ihren sehr überraschenden Umzug nach Berlin. Die insgesamt erst dritte und derzeitig einzige Niederbayerin im Bundestag gab dabei einen launigen Einblick in die Zeit ihrer ersten Schritte auf dem Berliner Parkett. Gudrun Zollner – lange Zeit Bezirksvorsitzende der CSU-Frauenunion – ist seit 2001 im CSU-Kreisvorstand tätig und dort seit 2010 stellvertretende Vorsitzende. Beruflich war die gelernte Industriekauffrau viele Jahre selbstständige Transportunternehmerin und kennt sich bestens mit den Herausforderungen aus, denen sich alleinerziehende Mütter stellen müssen, denn wie viel Energie es kostet Familie, Beruf und Politik unter einen Hut zu bekommen, hat sie am eigenen Leib erfahren. Aber trotzdem sieht sie ihre wichtigste Aufgabe darin, „Frauen zu motivieren, sich zu engagieren und ihnen Mut zu machen, sich einzumischen“.

Um ihrem Anliegen Glaubwürdigkeit zu verleihen und mit gutem Beispiel voranzugehen, ließ sie sich daher erstmals für die Frauenunion aufstellen. Bei der Bundestagswahl 2013 zog die Powerfrau dann über Platz 40 der CSU-Landesliste völlig überraschend in den Deutschen Bundestag ein. Humorvoll schilderte sie, wie sich mit dem Anruf aus Berlin schlagartig ihr ganzes Leben veränderte: „Da hieß es plötzlich ohne Vorwarnung, dass ich am nächsten Mittag um 12 Uhr in Berlin sein solle.“ Eine ihrer Hauptprioritäten als MdB sieht Gudrun Zollner darin, einen Konsens zu finden – für die Belange der ländlichen Gebiete und die Bedürfnisse der Großstädte, „die häufig doch sehr unterschiedlich sind“. Ihr Lebensmotto fasste sie kurz in dem Satz zusammen: „Du musst mit deinem Leben die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen.“

CSU-Kreistagskandidaten aus dem Vilstal

Auf Platz 19 der Kreistagsliste kandidiert heuer Dr. Franz Gassner, der sein Engagement für die kommunale Vilstalschiene betonte, „eine Grundhaltung, die wir Politiker den Feuerwehren unserer Gemeinden abgeschaut haben.“ Durch gegenseitige Unterstützung, da ist sich Dr. Franz Gassner mit den drei Marklkofener Kreistagskandidaten – Peter Eisgruber-Rauscher auf Platz 17, Daniel Rischer auf Platz 36 und Martin Geltinger auf dem selbstgewählten 60. Listenplatz – einig, „können wir unseren Interessen im Vilstal erheblich mehr Nachdruck verleihen, als wenn jeder für sich allein kämpft“. Im Anschluss gab Martin Geltinger als Wahlleiter bei den kommenden Kommunalwahlen noch einmal Tipps, „damit beim Ausfüllen der Wahlzettel keine Stimme verloren geht“.

Erwin Huber über die rasante Entwicklung Marklkofens

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Zu Beginn seines Hauptvortrags ging Erwin Huber auf die Veränderungen in Marklkofen in den letzten Jahren und Jahrzehnten ein: „Marklkofen strahlt aus und hat wohl die stärkste Entwicklung in den letzten Jahren geschafft. Die Gemeinde hat eine starke, gefestigte Position sowohl auf dem wirtschaftlichen Sektor, aber auch als Freizeitzentrum. Hier haben sich die bisherigen Bürgermeister – sowohl Friedl Gangkofner, der die Wende einleitete, als auch Martin Geltinger, der die Geschicke der Gemeinde die letzten 18 Jahre als erster Bürgermeister erfolgreich lenkte – jeweils um Inhalt, Image und Lebensqualität gleichermaßen verdient gemacht. Die Initiative „kommunale Vilstalschiene“ der Bürgermeisterkandidaten aus Frontenhausen, Reisbach, Simbach und Marklkofen, wo in drei der Orte ebenfalls ein Bürgermeisterwechsel ansteht, wurde auch von Erwin Huber ausdrücklich begrüßt, ebenso der Fokus des demografischen Wandels, den Peter Eisgruber-Rauscher beleuchtete.

Des Weiteren stellte Erwin Huber mit Zufriedenheit fest, dass ländliche Gebiete – „zumindest nicht hier bei uns in Niederbayern“ – heute längst nicht mehr den Vergleich mit den Großstädten scheuen müssen. Im Gegenteil, lagen diese Gebiete noch vor ein paar Jahrzehnten weit hinter der Lebensqualität in den Städten zurück, haben sie diese heute vielerorts überholt, unter anderem beispielsweise in Sachen Kinderbetreuungsplätze. Bayerische Gemeinden, so Erwin Huber, haben bundesweit gesehen mit 23 Prozent von den Gesamteinnahmen die höchste Investitionsrate. NRW hat dagegen beispielsweise nur eine Rate von 7 Prozent. Huber hob in diesem Zusammenhang die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Bund, Land und Kommunen in Bayern hervor – beispielsweise was die Städtebauförderung angehe. Marklkofen sei hier ein besonders gutes Beispiel, „früher ein reines Straßendorf, hat es heute eine moderne und lebendige Ortsmitte“. Darüber hinaus hob er die Bedeutung des Kreistags hervor, der ein verlässlicher Partner für die Kommunen und ihre Interessen ist und als Mittler zu den höheren Politikebenen fungiert.

Energiewende auch im Vilstal ein “heißes” Thema

Einen breiten Raum im Vortrag nahm die Energiewende ein, womit Erwin Huber einen Nerv bei seinem Publikum traf. Im Verlauf seines Vortrags und der anschließenden Diskussion bekräftigte Erwin Huber den Ausstieg aus der Kernenergie und damit auch die Abschaltung der letzten vier bayerischen Atomkraftwerke in den Jahren 2015, 2016 sowie 2021 und 2022. Zur Zeit kämen jedoch immer noch 50 Prozent des bayerischen Stroms aus Atomkraftwerken. Als Alternative für eine CO2-freie Stromversorgung müssten in Zukunft regenerative Energien wie Photovoltaik, Windkraft und Biogas also weiter verstärkt weiter ausgebaut werden. Ein wichtiges politisches Ziel sei hierbei, ein weiteres rasantes Ansteigen der Strompreise zu verhindern.

Erwin Huber vertrat die persönliche Überzeugung, dass dabei der Trassenbau von Nord nach Süd eine wichtige Rolle spiele werde und wohl nicht darauf verzichtet werden kann: „Die wirtschaftliche Stärke in Deutschland liegt im Süden – in Baden-Württemberg und in Bayern – was mit einem hohen Energiebedarf einhergeht. Doch der meiste Strom wird künftig im Norden produziert werden, da es dort mehr Wind gibt.“ Daher sei es eine wichtige Aufgabe für die Politik, künftig für notwendige Maßnahmen verstärkt Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen, um auch weiterhin wirtschaftlich gut dazustehen: „Wenn die Energiewende und der demografische Wandel klappen soll und unsere Kinder und Enkel auch in Zukunft eine Chance haben sollen, dann braucht es mehr Wachstum beziehungsweise eine andere Verteilung.“

Nach der Diskussion beendete Peter Eisgruber-Rauscher den informativen Abend mit Hinweisen auf weitere anstehende Termine, unter anderem: die nächste und letzte CSU-Wahlveranstaltung zur Kommunalwahl am 16. März. Diese findet am 5. März in Marklkofener Pfarrheim statt sowie die Europawahl am 25. Mai diesen Jahres.

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