Spatenstich für die Marklkofener Südumgehung nach 20 Jahren

Marklkofen. Es grenzte schier an ein Wunder, als am Mittwoch nach fast 20 Jahren endlich der erste Spatenstich für die südliche Umgehungsstraße von Marklkofen getätigt wurde. Entsprechend groß war das Publikum, denn am Erfolg – an dem so mancher zwischenzeitlich durchaus auch mal ins Zweifeln geriet – waren über die Jahre viele beteiligt und viele Hindernisse mussten ausgeräumt werden.

Ein ganz besonderer Dank des Ersten Bürgermeisters von Marklkofen, Peter Eisgruber-Rauscher, galt jedoch den Grundstückseignern, von denen es letztlich abhing, die Lebensqualität der Marklkofener Bürger erheblich zu verbessern.

Gemütlich im Garten

Endlich können die Bewohner wieder gemütlich im Garten oder auf der Terrasse sitzen, ohne dass täglich rund 240 Lkws mitten durch den Ort donnern und für die Kinder wird der Schulweg um einiges sicherer. Denn wenn das Projekt – wie geplant im Sommer 2020 – fertiggestellt sein wird, wird rund 80 Prozent des Schwerlastverkehrs endlich nicht mehr durch die Bahnhofstraße fahren müssen. Einen erheblichen Anteil am letztendlichen guten Ausgang der „ewigen Baumaßnahme“, die Altbürgermeister Martin Geltinger vor rund zwei Jahrzehnten angestoßen hatte, kommt dabei dem Ersten Bürgermeister Peter Eisgruber-Rauscher zu, der in den letzten dreieinhalb Jahre intensivst mit den betroffenen Grundstückseignern verhandelt hatte: Egal wie schwierig sich die Verhandlungen zeitweilig auch gestalteten – aufgeben war für ihn zu keiner Zeit eine Option. Hilfreich war dabei überdies ein großes Netzwerk an Helfern, die er über die Jahre für das Projekt gewinnen konnte und denen sein Dank galt. Ein besonders Dank ging an die ganz speziellen Ehrengäste – die aktuellen Grundstückseigner beziehungsweise Beteiligten, das heißt an die Familien Ernst, Girnghuber, Lerbinger, Simon-Wippenbeck, Samberger, Vilsmaier sowie Neumeier: „Ohne euch wären wir heute nicht hier.“

Denkwürdiger erster Spatenstich nach 20 Jahren. Foto: Heike Mahler-Voll

Denkwürdiger erster Spatenstich nach 20 Jahren.
Foto: Heike Mahler-Voll

Landrat Heinrich Trapp erinnerte sich in seiner Rede noch einmal an die Anfänge – wobei an der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Baumaßnahme zu keiner Zeit Zweifel bestanden. Doch mit den damaligen Grundstückseignern war über viele Jahre keine Einigung zu erreichen. Hier hob er unter anderem auch noch einmal die entscheidende Rolle von Peter Eisgruber-Rauscher hervor. Dieser würdigte in seiner Ansprache ebenfalls die vielen Unterstützer – wie den Marklkofener Gemeinderat und die Verwaltung, aber auch die Kreistagskollegen vom Kreis- sowie Bauausschuss, wozu viele befreundete Bürgermeister gehören, die zahlreich vertreten waren. Eine gewichtige Rolle spielte auch Richard Wagner, Leiter des Tiefbauamtes im Landratsamt, der das Projekt fachlich begleitete, ebenso wie Erwin Huber, MdL, ehemaliger Staatsminister und versierter Mitstreiter über viele Jahre. Besonders in der letzten Phase – als sich alle notwendigen Grundstücke endlich in Hand der Gemeinde Marklkofen befanden, es aber plötzlich unerwartete Probleme bei der Auszahlung der Fördergelder von der Regierung von Niederbayern gab – trat MdL Dr. Petra Loibl als „rettender Engel“ auf den Plan und „ließ erfolgreich ihren Charme bei Minister Reichart spielen“, so Peter Eisgruber-Rauscher.

Mit großen Tieren umgehen

Diese konterte das Kompliment mit Augenzwinkern: „Ich freue mich, dass mein Zutun in dem 20-jährigen Projekt zum Erfolg beitrug. Als Tierärztin bin ich es halt gewohnt, mit großen Tieren umzugehen, aber auch im rechten Moment fest zuzupacken.“ Beteiligte Unternehmen, die alle mit einer Abordnung zum Spatenstich vertreten waren: das Planungsbüro Sehlhoff GmbH, Vilsbiburg; das Freisinger Büro Dr. Schober, von dem der landschaftspflegerische Begleitplan und die ökologische Baubegleitung kam; das bauausführende Unternehmen Strabag Dingolfing/Straubing. Da am Erfolg des Projekts viele Personen beteiligt waren, war es nur konsequent, dass auch beim ersten symbolischen Spatenstich „Hand in Hand“ gearbeitet wurde: Bürgermeister Peter Eisgruber-Rauscher, Abgeordnete Dr. Petra Loibl, Landrat Heinrich Trapp, Altbürgermeister Martin Geltinger und Staatsminister a.D. Erwin Huber (von links nach rechts mit Schaufel).

Text: Heike Mahler-Voll

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